Kläranlage
Mechanische Reinigung
Das durch die Hauptsammelkanäle ankommende Abwasser wird zunächst im
Zulaufmessgerinne (3) gemessen und gelangt über das Rechenhaus (4) und den
Sandfang (5) zum Vorklärbecken (6). In der Rechenanlage wird das anfallende
Rechengut gemeinsam mit dem entfernten Sand in einen Großbehälter
befördert und schließlich auf einer Deponie entsorgt.
Beim Zulaufgerinne zu den Vorklärbecken erfolgt die Phosphorfällung. Mit Hilfe einer Dosierungsanlage wird dem Abwasser ein Fällungsmittel (Aluminiumchlorid) beigemengt, welches das im Abwasser enthaltene Phosphor entfernt.
Das von Rechengut und Sand gereinigte Abwasser wird in die Vorklärbecken eingeleitet. Diese Absetzanlage besteht aus zwei Längsbecken, den beiden Einlaufkammern, den Schlammschächten und den Ablaufrinnen. Die Fließgeschwindigkeit im Längsbecken ist so gewählt, dass die Schlammstoffe zu Boden sinken, bzw. ölige und fettige Bestandteile aufschwimmen können. Am Ende der Absetzbecken strömt das Abwasser unter einer Tauchwand durch, fällt über die Ablaufschwelle und wird mechanisch gereinigt in das Tropfkörperpumpwerk geleitet.
Zur Entfernung der öligen und fettigen Bestandteile an der Oberfläche sowie des am Boden abgesetzten Schlammes ist ein automatisch gesteuerter Längsräumer installiert. Von diesem werden sowohl die Schwimmstoffe (mit dem Schwimmschlammschild) als auch der Frischschlamm (mit dem Bodenschlammschild) zur Einlaufseite des Absetzbeckens geschoben und können in die Frischschlammkammer abgelassen werden. Anschließend wird der Schlamm in den Faulbehälter gepumpt und zur Erzeugung von Methangas aufbereitet.
Biologische Reinigung
Diese besteht aus den vier Tropfkörpern (7), dem Tropfkörperpumpwerk
(8) und zwei Nachklärbecken (9). Das vom Vorklärbecken zum
Tropfkörperpumpwerk fließende, mechanisch gereinigte Abwasser
wird von den Pumpen zu den Drehsprengern befördert und über die
Ausflusstassen auf die gesamte Oberfläche des Tropfkörpers verteilt.
In den mit Hochofen-Schlackensteinen gefüllten Tropfkörpern erfolgt
schließlich die biologische Reinigung.
Auf dem sogenannten "biologischen Rasen", so nennt man die an
den Schlackensteinen angesiedelten Bakterien und Kleinstlebewesen,
werden die organischen Substanzen des Abwassers abgebaut. Dazu benötigen
die Bakterien reichlichst Sauerstoff, der mit einem Ventilator an der
Tropfkörperdecke angesaugt wird.
Von
den Tropfkörpern fließt das Abwasser in die Nachklärbecken.
In diesen setzen sich die aus dem Tropfkörper mitgeführten Schlammflocken
ab. Das biologisch gereinigte Abwasser wird über Ablaufrinnen abgeleitet
und fließt in die Schwarza (Vorflut). Der im Trichter abgesetzte Schlamm
wird über hydraulische Heber abgezogen und zurück in die Frischschlammkammer
der Vorklärbecken gepumpt.
Faulanlage
Diese besteht aus dem Faulbeh älter (10), den Umwälzpumpen, dem Wärmetauscher und dem Nacheindicker (11). Das aus der Frischschlammkammer geförderte Schlamm-Wasser-Gemisch wird im Wärmetauscher erwärmt und in den Faulbehälter geleitet. Hier wird der Faulschlamm bei einer Temperatur von ca. 35°C unter Mithilfe von Methanbakterien weiterbehandelt.

Das im Faulprozess entstehende Trübwasser wird in den Nacheindicker geleitet, wo eine Trennung der Feststoffe vom Wasser erfolgen kann. Das nacheingedickte Trübwasser gelangt, ebenso wie der ausgefaulte Schlamm, schließlich zur maschinellen Entwässerung auf das Schlammstapelbecken .
Schlammentwässerung
Nach dem Aufenthalt im Faulbehälter wird der ausgefaulte Schlamm in die Schlammstapelbecken (12) zur Entwässerung gepumpt. Bei Bedarf wird der Klärschlamm mit einer mobilen Schlammpresse entwässert und kann nun für Rekultivierungszwecke verwendet werden.
Gasanlage
Das
bei der Schlammfaulung entstehende Faulgas, auch Biogas genannt, besteht zu
60-70% aus Methangas. Das anfallende Faulgas wird nach der Reinigung und Entwässerung
im Kiestopf im Gasspeicher (13) gesammelt. Die Gasfackelanlage
(14) hat die Funktion einer Noteinrichtung zur Abfackelung des nicht
verwertbaren Methangases. Das
Biogas kann für Heizzwecke, aber auch als Treibstoff für
ein Blockheizaggregat (15), das sogenannte "Totem" (Total
Energie Modul), genutzt werden. Über einem mit dem Gasmotor
gekoppelten Generator wird elektrische Energie erzeugt und
die im Motorkühlsystem entstehende Wärme für Heizzwecke
verwendet. Zusätzlich wird bei Bedarf eine Kesselanlage mit
Biogas betrieben.
Durch die derzeit an die Kläranlage angeschlossenen Einwohnergleichwerte wird ein Biogasanfall von 300-350 m³ pro Tag erreicht.
Fäkalienübernahme
Zur Vermeidung von unzulässigen Einleitungen von Schlämmen und Fäkalien in die Gewässer ist die Übernahme von Senkgrubeninhalten auf der Kläranlage möglich. Die Abfallstoffe werden von dazu befugten Kanalunternehmen gesammelt und bei der Fäkalienübergabe (16) in die Kläranlage eingeleitet. Nach der Entfernung des Rechengutes in der Fäkalienstation (17) gelangt das Abwasser in den Zulauf der Kläranlage.
Industrieschlämme, Jauche, Gülle, Siloabwässer, Pflanzenschutzmittel sowie Rückstände der Weinerzeugung werden nicht übernommen.
Überwachung des Betriebes
Eine regelmäßige Überwachung des Betriebes ist Voraussetzung für das ordnungsgemäße Funktionieren der Anlage. Die Kläranlage wird regelmäßig hinsichtlich des Zuflusses schädlicher Stoffe, wie z. B. Öle, Jauche, Giftstoffe, überwacht. Die Ergebnisse von Messungen und Untersuchungen werden täglich, auch an Sonn- und Feiertagen, in den Betriebsbericht eingetragen und mit Computerunterstützung protokolliert.
Neben der Eigenüberwachung werden gemäß dem Wasserrechtsbescheid einmal jährlich die Funktion der Kläranlage sowie die Auswirkung der Abwassereinleitung in den Vorfluter (Schwarza) durch unbefangene und geeignete Fachleute in physikalischer, chemischer und biologischer Hinsicht untersucht.
Weiters wird zweimal jährlich die Klärschlammbeschaffenheit geprüft, wobei unter anderem die Schwermetallkonzentrationen im Klärschlamm untersucht werden.






